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Anamnese

Anamnese - Die Krankenvorgeschichte eines Patienten ist unerlässlich bei der Diagnostik und Behandlung

Als AnamneseAnamnese-Bogen für den Patienten damit der Arzt eine optimale Diagnostik erstellen kann wird die Krankenvorgeschichte eines Patienten, aber auch das Arztgespräch bezeichnet, in dem der Zahnarzt einen Patienten zu seiner Krankengeschichte systematisch befragt. In bestimmten Fällen bezieht der Arzt auch Personen aus dem Umfeld eines Patienten ein. Die Anamnese ist eine wesentliche Voraussetzung für die Erstellung einer treffsicheren Diagnose, für die Einschätzung späterer Untersuchungsbefunde und für die Behandlungsplanung durch den Zahnarzt.

Die möglichen Inhalte einer zahnärztlichen Anamnese

Zu den Inhalten einer Anamnese durch den Zahnarzt gehören neben den aktuellen Beschwerden und der Krankenvorgeschichte z. B. auch das genetische Erkrankungsrisiko eines Zahnpatienten.

Allgemeine Anamnese

Im Rahmen der Erhebung der Krankenvorgeschichte sind Informationen zu Operationen, früheren Erkrankungen, chronischen Krankheiten und Allergien von besonderer Bedeutung. Aus der Krankengeschichte ergeben sich häufig wichtige Hinweise auf Ursachen aktueller Krankheitssymptome.
Zu den für die zahnärztliche Behandlung bedeutsamen Lebensumständen gehören die Ernährungsgewohnheiten (z. B. Verzehr von zuckerhaltigen und sauren Speisen), die großen Einfluss auf die Zahngesundheit haben.

Zahnärztliche Anamnese

Über die allgemeine Anamnese hinaus führt der Zahnarzt eine spezielle zahnärztliche Anamnese durch. Dazu gehören Fragen nach
  • Zahnschmerzen,
  • Zahnfleisch-Beschwerden
  • Beeinträchtigungen der Kaufunktion
  • Beschwerden in den Kiefergelenken oder im Gesichtsbereich und
  • nach Zahnarztbesuchen, die in letzter Zeit stattgefunden haben.

Eigenanamnese und Fremdanamnese

Eine Eigenanamnese ist das Ergebnis einer Patienten-Befragung. Die gewonnenen Informationen ermöglichen dem Zahnarzt oftmals Rückschlüsse auf Ursachenzusammenhänge und Risikofaktoren.
Eine Fremdanamnese ergibt sich durch Befragung von Personen aus dem Umfeld eines Patienten. Fremdanamnesen vermitteln wichtige Informationen, die ein Patient nicht selbst wahrnimmt oder nicht wahrnehmen will. Eine Fremdanamnese ist dann ein letztes Mittel zur Informationsgewinnung, wenn es einem Patienten nicht möglich ist, sich ausreichend zu verständigen oder wenn der Zahnpatient keine Kenntnis über bestimmte Vorgänge besitzt (z. B. für Handlungsabläufe während des Schlafs).

Familienanamnese

Einige Zahnkrankheiten sind entweder genetisch bedingt oder werden durch die Erbanlagen zumindest begünstigt. Daher fragt der Zahnarzt im Rahmen einer Anamneseerhebung möglicherweise nach bei lebenden Verwandten häufig aufgetretenen Erkrankungen, aber auch nach Todesursachen verstorbener Angehöriger.

Vegetative Anamnese

Bei der vegetativen Anamnese stehen die Körperfunktionen im Mittelpunkt. Der Arzt erkundigt sich z. B. nach Auffälligkeiten bei der Nahrungsaufnahme, bei Magen-Darm-Funktionen oder bei der Atmung und fragt danach, ob sich diese Körperfunktionen in letzter Zeit verändert haben – beispielsweise in Form von Übelkeit, Schwindelgefühlen, Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit oder Fieber.

Genussmittelanamnese

Die Anamnese von Genussmitteln (wie Nikotin, Alkohol und Drogen) erlaubt dem Zahnarzt die bessere Einschätzung bestimmter Risikofaktoren.

Sozialanamnese

Auch äußere Lebensumstände haben Einfluss auf Zahnerkrankungen. Informationen zum sozialen Umfeld und zur Zufriedenheit mit der derzeitigen Lebenssituation ermöglichen eventuell Rückschlüsse auf Zähneknirschen, Gebissprobleme und Zahnfehlstellungen.

Medikamentenanamnese

Besonders wichtig ist die genaue Kenntnis des Zahnarztes über Medikamente, die vom Patienten derzeit eingenommen werden. Die aktuell verabreichten Arzneien geben dem Arzt nicht nur Hinweise auf vorhandene Grunderkrankungen. Die bisher eingesetzten Medikamente stehen oft in Wechselwirkung mit Arzneimitteln, die der Zahnarzt ggf. zusätzlich einsetzen könnte. Die Medikamentenanamnese ist also erforderlich, um alle vom Patienten derzeit benötigten Arzneimittel aufeinander abstimmen und unerwünschte Nebenwirkungen vermeiden zu können. Von Bedeutung ist für den Arzt, welche Arzneimittel derzeit in welcher Dosierung und aus welchen Gründen verabreicht werden.

Der Verlauf eines Anamnesegesprächs

Jedes Anamnesegespräch verläuft individuell. Ausgangspunkt einer Anamneseerhebung ist ein Anamnese-Fragebogen (Patienten-Fragebogen).
Der Zahnarzt leitet das Anamnesegespräch und stellt ggf. vertiefende Fragen. Während des Gesprächs bemüht sich der Zahnarzt, die vom Patienten geschilderten Symptome nachzuvollziehen und ergänzende Informationen zu erhalten, die für die weitere Behandlung bedeutsam sein könnten. Von großer Bedeutung ist es für den Zahnarzt, eine gute persönliche Beziehung zu seinem Patienten herzustellen. Ein vertrauensvolles Zahnarzt-Patienten-Verhältnis mildert eine möglicherweise bestehende Zahnarzt-Angst und unterstützt den Therapieerfolg. Eine respektvolle Atmosphäre hilft bei der Besprechung des weiteren Vorgehens.

Was folgt auf die Anamnese?

Nach der Anamnese untersucht der Zahnarzt die Zähne, den Zahnbogen, die Zunge und den Mundraum. Anschließend bespricht der Zahnarzt mit dem Zahnpatienten
  • Behandlungsmaßnahmen, die zur Verringerung von Beschwerden als notwendig erscheinen
  • zur Vermeidung weitergehender Schäden zu empfehlende Therapie-Schritte und
  • weitere Möglichkeiten zum Erhalt und zur Optimierung von Zahngesundheit und Zahnästhetik.
Letzte Aktualisierung dieser Seite vom Berliner Zahnzentrum: 29.06.2015